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Der FC Augsburg und RB Leipzig – ein fauler Vergleich!

Verfasst am Sonntag, 10. Oktober 2021, 14:53 Uhr von Moritz Winkler
FC Augsburg Bundesliga Kolumne

„Der FC Augsburg ist für mich das kleine RB!“ Mit dieser Aussage hat der Präsident von Union Berlin, Dirk Zingler, zuletzt für Furore gesorgt.

Bisher war die Beziehung zwischen den Köpenickern und dem FC Augsburg alles andere als durch Antipathie gekennzeichnet. Warum jetzt also dieser Frontalangriff und vor allem, was ist am Vorwurf tatsächlich dran?

Zingler hat mit seiner Aussage eine Debatte weiter angeheizt, die spätestens seit dem Einstieg des US-amerikanischen Investors David Blitzer beim FC Augsburg Hochkonjunktur hat. Es geht um die Frage, inwieweit der FCA ein Traditions- oder Kommerzverein ist. Erst vor wenigen Wochen hat sich der Journalist und Youtuber Manu Thiele darüber in einem Video geäußert und dabei besonders einen Vorwurf herausgehoben: Der FC Augsburg würde die 50+1 Regel umgehen, die den Einfluss von externen Investoren auf den Profifußball begrenzen soll.

Wie die meisten anderen Bundesligisten haben nämlich auch die bayerischen Schwaben ihre Profiabteilung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ausgegliedert. So weit, so gut. Eine gängige Praxis, die auch beim HSV, Eintracht Frankfurt oder dem 1. FC Köln Anwendung findet. Hauptanteilseigner dieser „Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA“ ist die „Hofmann Investoren GmbH“ mit Geschäftsführer Klaus Hofmann. Und genau an dieser Stelle liegt für die Kritiker der Hase im Pfeffer, denn Hofmann ist gleichzeitig auch Präsident des Hauptvereins und vertritt damit in einer Doppelfunktion sowohl die Interessen der Investoren als auch des „Fußball Club Augsburg 1907 e. V.“ Als starker Mann würde er damit allein die Geschicke des Vereins lenken, so der Vorwurf. Doch was bedeutet diese Ämterdopplung jetzt für die Einhaltung der 50+1 Regel?

Im Endeffekt gar nichts. Denn dem FC Augsburg stehen dadurch weder mehr finanzielle Mittel zur Verfügung, noch verliert der Mutterverein dadurch die Mehrheit seiner Stimmanteile. Und deswegen hat die 50+1 Regel beim FCA trotz dieses Modells auch weiterhin bestand. Hinzu kommt, dass Hofmann als Präsident der Fuggerstädter eben nicht schalten und walten kann, wie er möchte. Schließlich müssen sich er und der Vorstand Jahr für Jahr auf der Mitgliederversammlung des Vereins verantworten.

Welchen Einfluss die eigenen Anhänger immer noch im Club haben, wurde erst im April nach der Verkündigung des Einstiegs von David Blitzer deutlich. Nach scharfer Kritik an der Kommunikation des Deals bat Hofmann öffentlich bei den Mitgliedern um Entschuldigung und betonte gleichzeitig, dass er weiterhin einzig das Interesse des Vereins im Blick habe.

Und genau hier liegt der Unterschied zum Konstrukt RB Leipzig. Hofmann ist eben kein „Mini-Mateschitz“, wenn man im Bild von Herrn Zingler bleiben möchte, der einen Fußballclub in erster Linie als Werbetafel für seine eigene Marke missbraucht. Für ihn wie auch für seinen Vorgänger Walther Seinsch ist der FC Augsburg eine Herzensangelegenheit.

RB Leipzig hingegen wurde 2009 aus Marketingzwecken gegründet, von der 50+1 Regel befreit und hat gerade einmal 21 Mitglieder, von denen die Mehrheit beim Red Bull Konzern arbeitet. Wenn also der FC Augsburg das „kleine RB“ ist, dann hat er sich vom Original noch einiges abzuschauen – und würde vermutlich auch sportlich durch das viele Geld deutlich besser dastehen.

Doch in der Fuggerstadt hat man sich bewusst gegen den Weg des schnellen Erfolgs und der Überkommerzialisierung entschieden, genauso wie an der Alten Försterei. Der FCA und Union Berlin treten seit Jahren für die Beibehaltung der 50+1 Regel ein und fordern eine Umverteilung der TV-Gelder. Vielleicht sollten die beiden Vereine daher besser Seite an Seite schreiten, statt sich gegenseitig zu zerfleischen.

Zumal Dirk Zingler wohl am besten wissen dürfte, dass man auch in Berlin von Stadionluft und Vereinsliebe allein nicht leben kann. Mit Michael Kölmel hatten auch die Eisernen in der Vergangenheit bereits einen Investor, der den Verein vor der Pleite gerettet hat. Und seit zwei Jahren ziert bei den Köpenickern ein Sponsor das Trikot, der in erster Linie mit dubiosen Verzweigungen nach Zypern auf sich aufmerksam macht. Ganz ohne Geld geht es also selbst beim kleinen Arbeiterverein nicht, auch wenn das noch so gut ins Narrativ passt.


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