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Olympia-Bronze für Sideris Tasiadis

Verfasst am Dienstag, 27. Juli 2021, 10:29 Uhr von AM
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Augsburger ist erster deutscher Slalomkanute mit zwei olympischen Medaillen

„Man darf nie abschließen mit einer Medaille, weil alle anderen auch erstmal runterfahren müssen.“ – Ein Satz der ein Finale bei den Olympischen Spielen nicht besser zusammenfassen könnte. Der 31-jährige Sideris Tasiadis sicherte sich gestern das zweite olympische Edelmetall seiner Karriere. Nach langen Minuten der Unsicherheit in der Leaders Box war schließlich klar, dass er an seinen Silber-Erfolg von London 2012 anknüpfen kann.

Auf dem Weg zum Erfolg musste der Augsburger immer wieder mit Schwierigkeiten der Strecke umzugehen wissen. „Es ist ein bisschen schwierig, das Gefühl für das Wasser zu finden, da es so warm und chlorhaltig ist. Da findet man nicht genau den richtigen Druck auf dem Blatt. Den muss man sich dann beim Warmfahren suchen und finden wollen und das macht es hier ein bisschen mühselig. Aber das schafft man schon.“ Hatte er schon nach der Qualifikation gesagt. Auch im heutigen Semifinale lief noch nicht alles rund: „Ich habe an Tor 18 das Boot zu weit angestellt, weil ich gedacht habe, dass die Walze nicht so gut hält. Ich habe erwartet, dass man dort etwas mehr investieren muss, aber das war gar nicht nötig. Die Berührung am letzten Aufwärtstor war auch ziemlich unnötig.“ kommentierte er den Lauf. Wie schon die Qualifikation schloss er auch das Semifinale mit Platz 6 ab. Den Canadier-Spezialist schien das aber nicht weiter zu interessieren. Der Blick ging klar nach vorn in Richtung Entscheidungslauf.

Dort griff der Weltranglisten-Erste an, suchte nach der Ideallinie. Doch erneut gab es Probleme am Tor 18: „Ich war dort zu weit links und deshalb bin ich erst spät in das Aufwärtstor hereingekommen, musste noch 3 Schläge hochpaddeln.“ Was er im Semifinale zu viel an Boot der Walze angeboten hatte, fehlte nun, um knapp auf die andere Seite zu gelangen. „Ich versuche das auszublenden und mich nicht zu ärgern, wenn etwas nicht klappt. Ich weiß natürlich, dass ich da 3-4 Sekunden verloren habe und deshalb musste ich nach unten hin noch ein bisschen mehr fighten.“ Trotzdem ging im Ziel die Faust nach oben und man hörte einen Schrei, der eine Mischung aus Erleichterung, Freude aber auch ein bisschen Ärgernis über die kleinen Fehler des Laufes war. „Das sind Emotionen, die in einem Sportler vorgehen. Man ist zufrieden mit sich selbst im Lauf, aber ich weiß auch immer gleich, wo ich Zeit liegen gelassen habe, was ich noch besser machen wollte.“ Dennoch stand erst einmal die die eins auf dem Tableau. Wie viel die Zeit von 103,70 Sekunden aber wert sein würde, war nicht abzuschätzen. Noch fünf Athleten standen am Start. Darunter auch der Weltmeister 2017 Benjamin Savsek (SLO). „Ich habe mir aber gedacht, die Jungs müssen das erst einmal besser machen und dann sehen wir, was dabei rauskommt.“ Gleich im Anschluss an Tasiadis brachte der Slowene einen Lauf nach unten, der ihn später zum Olympiasieg führen würde.  „Es war eine unglaubliche Leistung von Benni. Der Lauf war nahezu perfekt. Er ist immer ein harter Konkurrent. Heute hatte er auch das nötige Glück mit dem Wasser.“ Die Strömungen im Kanal stellen in Tokyo auch eine besondere Schwierigkeit dar: „Das Wasser hier wechselt sehr stark. Wenn man schlechtes Wasser erwischt, dann kann ich zwei Sekunden verlieren und die hole ich auch nicht wieder raus. Die Streckenhängung heute war schon sehr schwer. Da gab es viele Stellen, wo man sehr viel Zeit verlieren kann und dann versucht man, auf die Linie zurückzukommen aber das kostet ganz viel Kraft. Und man muss ja schon die 100 Sekunden Vollgas geben“ fasst der Augsburger zusammen.  

Nachdem auch noch der Tscheche Lukas Rohan mit einer Zeit von 101,96 Sekunden den Sprung vor Tasiadis schaffte, waren es bange Minuten im in der Leaders Box. Drei Sportler sollten noch folgen. Aufgeben und sich schon einmal mit dem undankbaren vierten Rang abfinden? – keine Option für den Weltranglisten-Ersten: „Man hat es ja gesehen, wie schnell das bei uns geht. Einmal einen falschen Schlag gesetzt, dann sind die drei Sekunden weg. Da kann man nicht sagen, ich schließe davor schon ab.“ Ander Elosegi (ESP) und Daniel Watkins (AUS), die beide die Zeit von Tasiadis nicht mehr unterbieten konnten, hatte es schließlich nur noch der Franzose Martin Thomas in der Hand. Dieser traf ebenfalls keine optimale Linie, hatte hier und da Probleme. „Nach dem letzten Aufwärtstor, als er rausgefahren ist, wusste ich, dass er meine Zeit nicht mehr schaffen kann.“ Da gingen die Fäuste aller drei Medaillengewinner nach oben und die Freude war groß. „Die letzten 5 Jahre haben sich mit der Medaille heute ausgezahlt. Ich war mit meiner Performance schon ganz zufrieden, auch wenn der Lauf nicht so war, wie ich es mir vorgestellt habe. Mein Ziel war natürlich, ganz oben zu stehen. Wenn man schon mit der Nummer eins ins Rennen geht, dann will man auch gewinnen. Aber innerlich freue ich mich riesig über die Medaille.“

Ein besonderer Dank galt auch dem Mannschafts-Physiotherapeuten Andreas Geisslinger, der ihn am Vorabend noch einmal fit gemacht hatte: „Ich habe mit dem Nacken ein bisschen Probleme gehabt. Deshalb hat mich der Andi nochmal hingebogen.“

 So richtig feiern wird er seine Medaille wohl eher nicht können – dafür sieht das Olympia Playbook keine Ausnahmen von den strengen Pandemie-Regeln vor. Viel Zeit bleibt ihm ohnehin nicht mehr in Tokyo. Er muss bereits am Mittwoch seine Rückreise antreten. „Ich finde es schon schade, dass ich die anderen nicht anfeuern kann. Das gibt das Playbook so vor. Die anderen kann ich dann leider nur noch von zu Hause aus anfeuern.“

Rein sportlich ist für ihn aber noch lange nicht Schluss: „Wir sehen uns in drei Jahren wieder.“ Eine Farbe fehlt ja noch im olympischen Medaillensatz.

Ergebnisse:

C1m: 1. SAVSEK Benjamin (SLO) 98,25 (0), 2. ROHAN Lukas (CZE) 101,96 (2), 3. TASIADIS Sideris (103,70)

Text und Bildquelle: Philipp Reichenbach / DKV - Deutscher Kanuverband


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