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Heimspiel und Spannung bis zum letzten Moment

Verfasst am Freitag, 14. Oktober 2022, 20:19 Uhr von Alexander Baur
10-11 FX402083 Foto Felix Kuntoro

Sieben Augsburger Spitzenakrobatinnen starten bei der Deutschen Meisterschaft

Am Samstagmorgen des 8. Oktobers ist schon ab acht Uhr geschäftiges Treiben in der 12-Apostel-Halle in Hochzoll. Kaffeeduft liegt in der Luft, die ersten Sportlerteams kommen an mit schillernden und glitzernden Anzügen im Gepäck. Denn dieses Jahr startet der Sportakrobatikverein Augsburg-Hochzoll 1957 e.V. (SAV) als Ausrichter von gleich zwei Wettkämpfen an einem Wochenende in die zweite Runde: die deutsche Meisterschaft am Samstag- und Sonntagvormittag und direkt im Anschluss der Augsburger Akrobatik-Cup.

Mit der Vorstandschaft an der organisatorischen Spitze hatte die Vereinsfamilie die Halle am Vorabend in eine glanzvolle Bühne für die besten Sportler und Sportlerinnen aus ganz Deutschland verwandelt.  Somit ist sie bereit für die verschiedensten Formationen der Juniorenklasse 1 (11-18 Jahre) und der Meisterklasse (ab 13 Jahre).

Aus Augsburg gehen in der Meisterklasse zwei Damenpaare mit ihrer Balanceübung an den Start. Charlotte Czech und Sina Mahl gehen mit einer dramatischen Kür ins Rennen und beginnen direkt mit dem schwersten Element für die Oberpartnerin Charlotte. Sie verwandelt ihren Handstand auf Sinas Füßen gekonnt in die Kugel und schafft es, trotz Unsicherheit im Vorfeld, das Element die geforderten drei Sekunden zu stehen. Auch das nächste Element – ein Standspagat auf dem Charlotte im Außenstütz balanciert – klappt sicher und fehlerfrei, obwohl Sina in der Vorbereitungswoche mit einer Zerrung im Bein zu kämpfen hatte. Einzig beim letzten Element steht Charlotte im Handstand zu weit hinten, sodass Sina nicht komplett in den Spagat abrutschen kann. Insgesamt wird ihre ausdrucksstarke Übung mit 20.059 Punkten und dem sechsten Platz belohnt.

Bei ihren Vereinskolleginnen Lena Häfner und Leni Huber ist die Aufregung recht groß. Denn: Lena konnte in der Woche vor dem Wettkampf krankheitsbeginnt nicht ins Training kommen und auch die Choreographie war erst kurz vor knapp fertig geworden. Mit dem ersten Ton ihrer Musik ist aber davon auf der Matte nichts zu sehen und sie turnen sicher und fehlerfrei durch ihre Übung. Selbst eins ihrer schwierigsten Elemente – Lena hält Leni auf einem Arm im Knotenstütz – wackelt nur minimal. Am Ende sitzen sie zufrieden und erleichtert in der „Busserln-und-Woana-Ecke“ („Kiss-And-Cry-Ecke“) und dürfen sich ein paar Stunden später über einen 4. Platz freuen.

Besonders aufregend wird es bei dem Damentrio Milla Neumayer, Gloria Baur und Sabrina Wilbold. Die drei haben mit ihren Trainerinnen Sandra Maresch und Nicole Wilbold hart trainiert, sodass sie zwei Altersklassen höher starten, als sie eigentlich gemusst hätten. Die Konkurrenz kommt unter Anderem aus Kassel, Dettingen und Hamm ist in der Meisterklasse sehr stark. Doch die Mädels lassen sich davon nicht verunsichern und wollen ihr Können unter Beweis stellen. Im Vorfeld wurde keine konkrete Platzierung als Ziel festgesteckt, nur: Neue Elemente zeigen und das Beste geben. Insgesamt zeigen Milla, Sabrina und Gloria drei Küren: eine Tempo-, Balance- und eine Kombi-Übung. Bei der Tempoübung war das Hauptaugenmerk in der Vorbereitung die Stärkung des Nervenkostüms, denn: Bei all den Saltis und hohen Würfen muss sehr schnell und äußerst präzise gearbeitet werden, damit auch die Landungen ordentlich und sicher funktionieren. Das ist definitiv gelungen! Sie zeigen eine spritzige Übung mit sauberer Ausführung und auch das neue Element – die 2,5-fache Schraube ins Liegen – klappt hervorragend. Trainerinnen und Sportlerinnen sind sehr zufrieden und so bleibt die Bronzemedaille in dieser Kategorie in Augsburg.

Einige Stunden später haben sie ihre grünen Anzüge aus der Tempoübung gegen rote ausgetauscht und machen sich bereit für die nächste Übung – die Balanceübung. Das erste Element ist das Paradeelement des Trios: Gloria und Sabrina stehen im Handstand und Gegenspagat. Während sich Gloria unten auch zu einem Handstand bewegt, verändert sich Milla oben vom Handstand zum Mexi. Hier wird es ein klein wenig unruhig, da Gloria sich im Vorfeld an der Hüfte verletzt hatte und das Element nicht in vollem Umfang trainiert werden konnte. Aber die Profis, die sie sind, lassen sie sich davon nichts anmerken und tanzen weiter zur Brückenpyramide. Beim letzten Wettkampf im Sommer blieb Milla oben im Außenstütz, nun geht es weiter mit Aufgrätschen in den Handstand, was eine deutliche Steigerung in der Schwierigkeit bedeutet. Trotz der wackeligen Angelegenheit zieht Milla ihre Verwandlung durch und die drei können die vollen geforderten drei Sekunden in der Pyramide halten. Für einen Treppchenplatz reicht es diesmal nicht ganz, aber alle gesteckten Ziele wurden erreicht und das Trio kann am nächsten Tag als viertplatziertes ins Finale starten.

Und an diesem Sonntagvormittag wird es spannend – sehr spannend. Von Anfang an sind Gloria, Sabrina und Milla in der Vorbereitung sehr fokussiert und konzentriert. Das tragen sie mit dem ersten Schritt auf die Matte auch durch ihre ganze finale Kombi-Übung: Die Balanceelemente sind sicherer als am Vortag und auch in ihrem Tempo-Teil können sie sich trotz bereits gezeigter toller Leistung noch einmal steigern. Doch nicht nur das! Mit ihrer neuesten Choreographie und neuen Wettkampfanzügen ziehen sie das gesamte Publikum in ihren Bann. Insgesamt eine super Gesamtleistung, die auf mehr hoffen lässt als den vierten Platz, mit dem sie in den Tag gestartet sind. Die nächste halbe Stunde wird fieberhaft jede konkurrierende Formation genau beobachtet und auch die Leinwand, wo die Ergebnisse angezeigt werden, wird nicht aus den Augen gelassen. Als dann das letzte Trio aus Kassel von der Matte geht, setzt Jubel in der SAV-Familie ein: Gloria, Sabrina und Milla haben sich tatsächlich mit insgesamt 75.740 Punkten eine Silbermedaille und somit den Vizemeister-Titel erturnt. Alle sind unglaublich stolz und so wischt sich die ein oder andere eine Freudenträne aus dem Augenwinkel.

Text: Vivian Keckeisen

Bildquelle Fotogalerie Teil 1: Felix Kuntoro


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