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Die Deutsche Eishockey Liga

Verfasst am Freitag, 11. November 2011, 11:09 Uhr von Thorsten Franzisi
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Die Deutsche Eishockey Liga auf der Suche nach Ihrer Zukunft

Wüsste man es nicht besser, so könnte man meinen, die Deutsche Eishockey Liga tritt nicht nur desöfteren in Fettnäpfchen hinein, sondern steuert diese gezielt an und um das Ganze noch möglichst effektvoll wirken zu lassen, springen die Verantwortlichen mit einem doppelten Salto in selbiges hinein. Platsch! Das kann jetzt eine Werbekampagne sein, die man mit einer derartig hohen Frequenz auf den Videowürfeln deutscher Eishockeyarenen abspielen lässt, dass man schon bei der Erahnung der Spots am liebsten schreiend das Stadion verlassen würde. Und da sprechen wir noch gar nicht vor dem Inhalt dieser Kampagne. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Da wird damit geworben, dass die DEL nach König Fußball die meisten Zuschauer anzieht. Blöd nur, dass die Zuschauerzahlen bei vielen Teams teilweise drastisch rückgängig sind. Hätte man nicht die Eisbären Berlin in der neuen Arena - die zwar bombastische Zuschauerzahlen liefert, es allerdings kein Geheimnis ist, dass in Berlin gerne mal diverse „Sparangebote“ und Freikarten zur enormen Auslastung führen - würde die Lage noch viel heikler aussehen. Überhaupt diese Arenen: „Die modernsten Arenen Europas“, ein weiterer Eckpfeiler der Werbekampagne. Es wäre sicherlich interessant die Meinungen aus z. B.Köln und Düsseldorf zu diesem Thema zu hören. Während die Kölner dank einer horrenden Miete für einer der „modernsten Arenen Europas“ finanziell am Anschlag sind, laufen den Düsseldorfern die Fans in der modernen Arena davon, die einfach von den Fans nicht angenommen wird.



Der Versuch der kontinuierlichen Verbesserung
Dabei versucht man aus DEL-Sicht eigentlich nur das Beste herauszuholen. Dass dies in einem Land, in dem mit Eishockey kein Geld gemacht werden kann, nicht einfach ist, sollte uns aber allen bewusst sein. Jedes Team ist auf private Gönner und Sponsoren angewiesen, kein Team finanziert sich von selbst oder wirft gar einen Gewinn ab. Eishockey in Deutschland ist ein Minusgeschäft, das müssen sich die Fans bewusst sein. Gerade daher wird versucht, das „Produkt Eishockey“ so gut wie möglich zu verkaufen. Nach jahrelangem Hin und Her ist mittlerweile zumindest eine gewisse Kontinuität in das Eishockey-Oberhaus in Deutschland eingekehrt. Änderungen werden nur punktuell vorgenommen, auch um die Fans zufriedenzustellen.

Beispiel Regelwerk
So wurde das Strafmaß für einen allseits beliebten Boxkampf reduziert, nicht um wieder eine wilde Holzfällerliga zu bekommen, sondern einfach um dem Sport wieder ein Stück von dem zurückzugeben, was man ihm vor Jahren genommen hat. In diesem Zusammenhang wäre es vielleicht zudem noch wünschenswert, wenn sich diverse Herren nochmals darüber unterhalten würden, ob es wirklich sinnvoll ist, dass nahezu für jedes Vergehen, dass mit einer offensichtlichen Verletzung einhergeht, eine große Strafe verhängt wird. Für einen unabsichtlich hohen Stock, bei dem sich der Gegenspieler einen mehr oder weniger zu vernachlässigenden Kratzer abholt, aus dem gerade noch ein klein wenig Blut tropft, bei weitem schlimmer zu bestrafen, als für einen hinterhältigen Stockschlag auf den Unterarm, bei dem nichts passiert, scheint nicht wirklich im Sinne des Erfinders gewesen zu sein. Nicht das Foul selbst, sondern die Konsequenz daraus bestimmt das Strafmaß. Ein Unding.

Beispiel Schiedsrichter
Nicht, dass wir uns falsch verstehen, auch die Unparteischen versuchen nur ihr Bestes. Nur ist das Beste manchmal einfach nicht gut genug. Gerade im Eishockey kommt erschwerend das Problem hinzu, dass es im Vergleich zu anderen Sportarten auch noch rasend schnell geht. Entscheidungen müssen innerhalb von Sekundenbruchteilen gefällt werden, was die Sache nur noch schwieriger macht. Es mag den ein oder anderen aufregen, wenn nach nahezu jedem Spiel die Trainer auf der Pressekonferenz gegen die Schiedsrichter wettern, aber leider muss man ihnen größtenteils auch einfach Recht geben, zumal es auch um deren Jobs geht. Den richtigen Weg gibt die DEL vor: Die Schiedsrichter müssen besser ausgebildet und gefördert werden. Dies kann nun mal nicht im nötigen Maße geschehen, wenn der Schiedsrichter sein Amt nur auf Amateurbasis ausübt und nebenher einem Hauptberuf nachgeht und auch noch eine Familie hat. Mittlerweile agieren in der DEL drei Profischiedsrichter und es lässt sich durchaus erkennen, dass diese drei die besten Schiedsrichter hierzulande sind. Vor allem Lars Brüggemann, ehemaliger DEL-Profi, hat sich schnell ganz nach oben gearbeitet. Ihm merkt man seine Erfahrung deutlich an, so dass als Ziel ausgegeben werden sollte, nicht nur mehrere Profi-Schiedsrichter einzuführen, sondern auch speziell bei ehemaligen DEL Spielern anzufragen. Dies ist natürlich in gewisser Weise auch eine Frage des Geldes, in jedem Fall merkt man den Willen der Verantwortlichen, in diese Richtung etwas zu unternehmen.

Beispiel Modus
Dieses Jahr wird erneut mit 14 Teams angetreten, wobei die ersten 6 sicher die Playoffs erreichen und die Plätze 7 bis 10 die letzten zwei zu vergebenden Plätze herausspielen (sogenannte Pre-Playoffs). Für die Plätze 11 bis 14 ist die Saison nach der Hauptrunde bereits beendet. Nun mag man sich die Frage stellen, warum man unbedingt so ein besonderes System braucht und nicht einfach wie üblich mit 8 Playoff-Teilnehmern die Endrunde spielt. Dies hängt damit zusammen, dass für die Abstiegsregel seit Jahren nicht wirklich eine Lösung gefunden werden konnte und es damit keinen wirklichen Abstieg gab. Sobald ein Team außer Playoff-Reichweite war, wurden die Spieler verkauft und mit mehr oder weniger einer Nottruppe die Saison zu Ende gespielt, um Kosten zu sparen.

Durch die Pre-Playoffs konnte letztes Jahr tatsächlich erreicht werden, dass das Rennen um die Playoffs bis zum Schluss spannend war. Unsere Augsburger Mannschaft lief zwar schlussendlich auf dem letzten Tabellenplatz ein, hatte aber 3 Wochen vor Ende der Hauptrunde noch jegliche Chance auf das Erreichen der Playoffs. Ziel erreicht. Natürlich wird jetzt der ein oder andere fragen, warum man nicht einfach einen Auf- und Abstieg einführt, somit hätte man auch dieses Problem gelöst und müsste keine Pre-Playoffs spielen, aber dazu kommen wir später. Wie in allen Themengebieten kann man Willen und Bestrebungen der DEL erkennen, sich zu einem dauerhaft funktionierenden Produkt zu entwickeln. Natürlich ist man vom Ziel noch weit entfernt, aber man versucht ihm jedes Jahr ein bißchen näher zu kommen. Die großen Änderungen hat man heutzutage hinter sich, man versucht sich schrittweise zu verbessern, wie auch die ständige Reduzierung der Ausländer-Lizenzen zeigt.

Das alljährliche Sommertheater
Dabei schafft man es sich allerdings das Leben immer wieder selbst schwer zu machen, womit wir wieder beim Anfang dieses Überblicks angelangt wären. Platsch! Ein Fettnäpfchen. Bekannt ist mittlerweile das alljährliche Sommertheater, letztes Jahr tat man sich selbst wieder einen Gefallen damit, indem man durch einen Formalitätsfehler (falsche Person unterschrieb auf einer Einladung zur Gesellschafterversammlung) es beinahe ermöglichte, dass die Kassel Huskies entgegen jeglichem Reglement weiterhin in der DEL spielen durften. Dieses Jahr hieß das Thema Kooperationsvertrag. Ohne auf nähere Details einzugehen sollte man dazu wissen, dass zwischen der DEL und DEB ein Kooperationsvertrag nötig ist, der offene Fragen zu vielen Themen klärt, in der Öffentlichkeit wird dabei dem Auf- und Abstieg oder auch der Nationalmannschaft am meisten Aufmerksamkeit beigemessen. Dieser Vertrag lief dieses Jahr aus und musste damit neu verhandelt werden. Nach einer wochenlangen öffentlichen Schlammschlacht (unter anderem am internationalen Sportgerichtshof CAS) wurde dabei am 22.07. die Unterzeichnung eines neuen Kooperationsvertrags vermeldet. Dabei einigten sich zwar DEB und DEL auf eine weitere Zusammenarbeit bis zum Jahr 2018, die ESBG (Verein der zweiten Liga) allerdings war nicht zu einer Unterschrift bereit, so dass keine Einigung über einen Auf- und Abstieg erzielt werden konnte.

Auf- und Abstieg
Die Mehrzahl der Fans wollen diesen Auf- und Abstieg zwar sehen, dennoch soll an dieser Stelle auf ein paar Dinge hingewiesen werden. Eine Verzahnung zwischen mehreren Ligen macht nur dann Sinn, wenn zumindest im Grundsatz ähnliche Strukturen vorhanden sind, was in diesem Fall nicht zutrifft. Das langfristige Ziel muss daher sein, die Ligen strukturell anzugleichen, so dass ein Auf- und Abstieg Sinn macht. In welche Richtung solche gemeinsamen Strukturen gehen sollten, wage ich nicht zu urteilen, ein Auf- und Abstieg allerdings einzuführen, der keinerlei Sinn macht (wie in den letzten Jahren), ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Zu einem möglichen Relegationsmodell, welches von DEL Seite vorgeschlagen und vom DEB für kompromissfähig gehalten wurde, verwies ESBG Geschäftsführer Seeliger darauf, „ dass da fünf gegen neun Ausländer gespielt hätten“. Womit er sicherlich Recht hat.

Die Frage ist doch nur, wie soll man es anders lösen? Die Relegation kurz vor Start der kommenden Saison ausführen? Wie sollen die Vereine planen? Das Problem liegt doch darin, dass es eben diesen Unterschied in der Anzahl der ausländischen Spieler überhaupt gibt. An diesen unterschiedlichen Strukturen muss man arbeiten! Nur dann ist eine Verzahnung sinnvoll. Ein direkter Auf- und Abstieg, den es ebenfalls schon gegeben hatte, sorgte zu Großteilen für finanzielles Chaos bei den betroffenen Vereinen. Die Schwenninger Wild Wings haben sich nach 10 Jahren erst vom finanziellen Drahtseilakt des DEL-Abstiegskampfes erholt, die Kassel Huskies investierten dermaßen viel Geld in einen möglichen Aufstieg, dass sie direkt in den Konkurs liefen. Mannschaften, deren Strukturen einfach nicht DEL Niveau entsprachen, verschwanden so schnell wieder, wie sie aufgetaucht waren (z. B. Duisburg, Freiburg). Im Gegensatz dazu steht Wolfsburg, die die DEL auf Grund von Großsponsoren schultern konnten und sich zur festen Macht (zumindest sportlich) etabliert haben. Die Fans wollen den Auf- und Abstieg sehen. Dazu muss von ALLEN Seiten mehr getan werden, als halbseidene Regelungen zur Verzahnung einzuführen. Die Grundstrukturen im Eishockey müssen angeglichen werden. Dies wird die Aufgabe des deutschen Eishockeys in den nächsten Jahren sein. Und die DEL als Deutschlands Top-Liga spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn das sportliche Erlebnis DEL braucht sich nicht zu verstecken. Auch dieses Jahr hat die DEL wieder hochkarätigen Sport und Sportler zu bieten. Und schlussendlich gilt. Wenn alle in die DEL wollen, dann kann sie auch gar nicht so schlecht sein. Oder?


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