Panther holen mit Sieg gegen Wolfsburg wichtige Punkte

Samstag, 6. Januar 2018 um 11:30

Panther

Die Augsburger Panther besiegten im Curt Frenzel Stadion den deutschen Vizemeister die Grizzlys Wolfsburg vor 5086 Zuschauern mit 5:3 und holten sich binnen 48 Stunden den zweiten Heimsieg in Folge.

Panther im 1. Drittel mit effektiver Torchancenverwertung
Ohne den verletzten Arvids Rekis und den derzeit sicher nicht glücklichen überzähligen Ausländer T.J. Trevelyan, begannen die Panther die Begegnung von der ersten Sekunde an mit Powereishockey und wurden dafür auch ganz schnell belohnt. Nachdem Thomas Holzmann in der 3. Spielminute noch Pech mit einem Lattenkracher hatte, fiel nur gut 1 Minute später der 1:0 Führungstreffer durch einen herrlichen Handgelenksschlenzer von Matt White in den rechten oberen Winkel. Die Augsburger bestimmten auch nach der frühen Führung die Begegnung und Stimmung bei den Fans kam in der 9. Spielminute auf, als sich Augsburgs Aleksander Polaczek und Wolfsburgs Alexander Weiß einen kleinen Fight mit unentschiedenem Ausgang auf dem Eis lieferten.

Beide konnten sich dann mit jeweils 14 Strafminuten auf der Strafbank wieder genügend abkühlen. Doch der Augsburger bekam schnell Besuch in der Kühlbox, denn Gabe Guentzel bekam in der 10. Spielminute ebenfalls 2 Minuten Strafzeit. Doch die Panther sind in den letzten Spielen in Unterzahl wesentlich kompakter und kompromissloser und überstanden dieses Unterzahlspiel ohne größere Probleme, weil die Gäste nach einem Foul von Tyler Haskins nur 34 Sekunden mit einem Mann mehr auf Eis agieren durften. Aus Unterzahl wurde Überzahl für die Panther und der AEV schlug nach 22 Sekunden sofort im Powerplay zu. Thomas Holzmann und Drew LeBlanc passten auf Daniel Schmölz und der hämmerte, wie am vergangenen Mittwoch gegen Bremerhaven, den Puck direkt in das Tor der Grizzlys zum 2:0 für die Augsburger. Der Jubel im weiten Rund des Curt Frenzel Stadions war kaum verhallt, dann setzten die Panther sofort noch einmal nach. Nach einem eigentlich misslungenen Schuss von Mike Davies, prallte die schwarze Hartgummischeibe aber Jaroslav Hafenrichter glücklich vor den Schläger und der Augsburger verwandelte aus kurzer Distanz zum 3:0 in der 17. Spielminute.

Ein sensationeller Zwischenstand, gegen einen nicht wirklich schwachen Gegner. Doch die Euphorie wurde schnell wieder etwas gedämpft. Nachdem Drew LeBlanc die Scheibe an der Bande im Zweikampf verlor, zog der Stürmer der Grizzlys Fabio Pfohl allein Richtung Tor der Panther. Verteidiger Simon Sezemsky wollte noch retten, fällte den Stürmer der VW-Städter aber von hinten und die beiden Hauptschiedsrichter Rohatsch und Klein entschieden sofort auf Penalty. Der gefoulte selbst muss ja zu diesem Strafschuss antreten und behielt die Nerven. Eiskalt und ruhig düpierte er Olivier Roy im AEV Tor und verwandelte mit dem 1:3 Anschlusstreffer ebenfalls in der 17. Spielminute. So endete ein turbulenter und torreicher erster Abschnitt mit einer verdienten 3:1 Führung für die Panther, weil die Augsburger trotz einem Schussverhältnis von 6 zu 8 wesentlich effektiver und glücklicher vor dem Tor waren.

Wolfsburg im 2. Drittel mit Torchancen, der AEV mit Toren
Das dieser Zwischenstand noch nicht die Entscheidung bedeutete, war allen Zuschauern im Stadion klar. Die Grizzlys kamen nach der Kabinenansprache ihres Coaches Pavel Gross mit viel Kampfgeist aus der Kabine und bestimmten den Beginn des 2. Drittels mit aggressivem Forchecking klar. Der AEV kam kaum aus dem eigenen Drittel, konnte sich aber auf seinen überragenden Torwart Olivier Roy verlassen. Der Keeper entschärfte etliche klare Torchancen der Grizzlys und verhinderte somit den Anschlusstreffer. Die Panther setzten auf vereinzelte Konter und hatten am heutigen Abend einfach auch das nötige Schussglück. Matt White zog in der 25. Spielminute aus halbrechter Position vor dem Wolfsburger Tor ab und die Scheibe flog am unglücklichen Wolfsburger Torwart Felix Brückmann vorbei ins Tor zum 4:1 für den AEV. Gästetrainer Pavel Gross wechselte nach dem 4. Gegentreffer sofort seinen Torwart und brachte Gerald Kuhn für den restlos bedienten Felix Brückmann. Die Augsburger Fans sangen „ du bist der Nächste“ und hatten zumindest kurzfristig Recht, denn nach einer vergebenen Chance von Evan Trupp in der 30. Spielminute, musste der jetzt im Wolfsburger Tor stehende Gerald Kuhn nur knapp 4 Minuten später den Puck ebenfalls aus seinem Tor holen.

AEV Verteidiger Steffen Tölzer zog vor das Tor und spielte klug auf Michael Davies, der zuerst den Puck freistehend nicht traf, aber dann im 2. Versuch per Rückhand doch noch glücklich/clever(?) das 5:1 erzielen konnte. War dies nach 34 Spielminuten jetzt die Entscheidung? Eigentlich schon, aber die Panther vergaben in dieser Spielzeit schon einige Führungen und dazu dreht sich im Eishockey oft binnen weniger Minuten ein Spiel. Doch in den restlichen 6 Spielminuten im 2. Abschnitt hatten die Spieler von Trainer Mike Stewart keine nennenswerten Probleme den Vorsprung in die zweite Drittelpause zu nehmen.

Panther geht im letzten Drittel langsam der Sprit aus
Dass die Panther mit einer 5:1 Führung nicht unbedingt offensiv das letzte Drittel bestreiten werden, waren allen Zuschauern im Stadion klar, dass aber minutenlang fast keinerlei Entlastung der Abwehr erfolgen würde, war so doch nicht ganz vorherzusehen. Die fast logische Folge des Dauerdrucks der Grizzlys war das Tor zum 2:5 für Wolfsburg in der 46. Spielminute durch Kristopher Foucault und plötzlich witterten die Niedersachsen wieder ihre Chance. Offensichtlich war, dass den Panthern langsam die Kräfte ausgingen und Wolfsburg den Druck noch mehr erhöhte. In der 52. Spielminute begann doch noch einmal das Zittern bei den Augsburger Fans, denn wieder Kristopher Foucault erzielte mit einem abgefälschten Schuss das 3:5. AEV Trainer Mike Stewart nahm sofort eine Auszeit, um das Momentum der Grizzlys zu unterbrechen und um bei seiner Mannschaft die unbedingt noch notwendige Konzentration einzufordern.

Dazu konnten sich der Coach und die Feldspieler zu 100%, auf ihren überragenden Torwart Olivier Roy verlassen. Gästetrainer Pavel Gross ging bereits 3 Minuten vor Spielende das volle Risiko, seinen Torhüter zugunsten eines 6. Feldspielers aus dem Tor zu nehmen, aber auch diese taktische Maßnahme fruchtete nicht mehr. Die Panther verpassten sogar dreimal nach Scheibengewinn nur knapp das leere Tor mit Fernschüssen, darunter auch der Versuch von Torwart Olivier Roy einen Treffer zu erzielen. Erleichert über den Sieg und die hart erkämpften Punkte, fielen sich die Spieler der Augsburger Panther glücklich in die Arme und feierten mit ihren Fans nach der Schlusssirene.

Wolfsburgs Trainer Pavel Gross gratulierte den Panthern nach der Partie zu einem aus seiner Sicht vollkommen verdienten Sieg. Auch AEV Coach Mike Stewart war mit seinem gesamten Team sehr zufrieden und freute sich über den eminent wichtigen Sieg.

Mit jetzt 49 Punkten, verbesserten sich die Panther auf Rang 11 der DEL Tabelle und sind wieder voll im Rennen um einen Play off Platz. Ob der AEV nach diesen 2 Heimsiegen auch auswärts nachlegen kann, entscheidet sich bereits am kommenden Sonntag bei der Düsseldorfer EG. In den bisherigen 3 Spielen in dieser Saison, gab es bei einer Bilanz von 8:1 Punkten drei Siege für die Panther. Mit dem durch die 2 Siege gewonnenen Selbstvertrauen , dem sehr guten Powerplay und dem wesentlich verbesserten Unterzahlspiel sind dem Team sowohl in Düsseldorf, wie auch am nächsten Freitag in Nürnberg beim bayerischen Derby wichtige Punktgewinne durchaus zuzutrauen.

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