FC Augsburg siegt clever gegen Hannover 96

Sonntag, 28. Oktober 2018 um 9:55

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FC Ausgsburg Profi Rani Khedira hatte die Woche der Wahrheit ausgerufen. Mit Spielen gegen Hannover, im Pokal gegen Mainz und am Samstag daheim gegen Nürnberg habe man nun Gegner auf Augenhöhe. Entsprechend kam der Partie in Hannover einer besonderen Bedeutung zu. Überraschenderweise verzichtete FCA Trainer Manuel Baum dennoch auf einige Leistungsträger.

Michael Gregoritsch fand sich nur auf der Bank, Caiuby stand gar nicht erst im Kader. Ob das mit der doppelten Verspätung aus der vergangenen Woche zu tun hatte, wollte der Fußballlehrer nicht verraten: „Wir werden in der Offensive mal durchtauschen. Heute ist Caiuby mal nicht im Kader. Warum das so ist, behalte ich für mich.“ Die überraschende Umstellung erwies sich als korrekt, denn mit dem 2:1-Sieg schaffte der FCA in Hannover den Erfolgs-Hattrick, gewann in Niedersachsen mit 1:0, 3:1 und nun eben mit 2:1. Dabei erzielte Rani Khedira mit der Trikotnummer acht in der achten
Minute das achte Standardtor (Ligaspitze) des FCA. Der Treffer nach einem Eckball war genauso abgesprochen: „Das haben wir am Samstag noch einstudiert. Wir wollten mal etwas Neues machen. Ich bin glücklich, dass mir der Ball so vor die Füße fällt und ich ihn – ich sag mal – ganz locker einschiebe.“ Tatsächlich war der Treffer enorm sehenswert, schließlich war Balleroberung und Torschuss in
einer Aktion.

Eine weitere Standardsituation brachte Augsburg auf die Siegerstraße. Einen Schuss von Daniel Baier ging Genki Haraguchi an die Hand. Der Unparteiische Robert Kompka entschied aber erst nach Eingriff des Video-Schiedsrichters auf Elfmeter. Das wiederum brachte Hannover-Manager Horst Heldt auf die Palme: „Das war eine Fehlentscheidung! Glasklar! Wo sollen die Hände hin? Soll er die Hände in der Kabine lassen? Ich habe keinen Bock mehr, jede Woche über den Mist zu reden!“ Heldt meinte das Eingreifen, des TV-Schiedsrichters, denn der solle sich nur bei klaren Fehlentscheidungen melden. Dem widersprach jedoch Markus Merk in seiner Funktion als sky-Experte. „Es gab vor Saisonbeginn die Anweisung, dass solche Situationen strenger geahndet werden. Die Hand – selbst aus der Nähe – hat da nichts zu suchen.“

Übrigens war Handspieler Haraguchi ehrlich. Der BILD sagte er: „Ich habe es nicht geschafft, meine Hände zu verstecken. Da kann man nichts machen. Dumm gelaufen.“ Den fälligen Elfmeter verwandelte Alfred Finnbogason ganz cool zum 2:0. Es war für den Isländer der fünfte Torschuss der Saison – zum bereits fünften Saisontor. Das nennt man dann wohl eine 100-prozentige Quote! Matchwinner in einer immer hektisch werdenderen Schlussphase war Andreas Luthe. Der Keeper parierte mehrfach glänzend, war nur gegen den Hammerschuss von Bebou machtlos und untermauerte seinen Status als Nummer
1: „Wir hatten zum Schluss den Zugriff verloren, aber solche Phasen musst du als Mannschaft überstehen. Es war nicht unser bestes Spiel, aber in der Saison gibt es immer wieder Schlüsselmomente,
aus denen klar wird, in welche Richtung es geht. Das war solch ein Schlüsselspiel. Deswegen bin ich froh, dass wir in der Tabelle etwas nach oben gekommen sind.“ Mit freundlicher Unterstützung der Neuen Sonntagspresse

Luthe forsch: „Wir wollten die kommenden drei Spiele alle gewinnen. Jetzt haben wir den ersten!“ Die Festwoche ist eröffnet!

Fotos by Carmen Dammaschke-Gerstmeyr | Fotoanfragen an carmen@carmarc.de

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